© 2016 by Anna Kollwig

Geburtsbericht   2. Mai 2019

Nachts beim ins Bettgehen sind wieder einmal (Übungs-)Wehen aufgetreten, die aber dieses Mal beim Badewannentest nicht weniger wurden, sodass für uns feststand: Du machst dich- wie auch mitAnna vereinbart- am 2. Mai auf den Weg zu uns!

 

Wir haben Zuhause alles vorbereitet (und die Nachtabsenkung der Heizung in Verbindung mit der Warmwasserzubereitung wieder in Gang gebracht) und Anna hat sich nach einem zweiten Anruf auf den Weg zu uns gemacht.

Die Wehen ließen sich sehr gut veratmen. Dank Hypnobirthing waren sie auch überhaupt nicht schmerzhaft, hatten aber so eine Power, dass ich nicht Sitzen oder Liegen konnte, sondern am besten umhergelaufen bin oder im Stehen die Hüften gekreist habe. Sie kamen von Anfang an ca. alle 3 Minuten und dauerten durchschnittlich so 45 Sekunden.

Als Anna dann bei uns ankam brachte sie gleich so viel Ruhe, Liebe und Gelassenheit mit. Sie hat alles gewünschte Equipment mitgebracht und vorbereitet und dann einfach aus dem Hintergrund beobachtet, da wir so gut zurecht kamen. Gegen halb fünf hat sie einmal untersucht, wie weit ich bin. Da war ich bei ca. 2-3cm. Die Herztöne waren sehr gut. So verging die Nacht. Ich war ziemlich erschöpft, da ich gar nicht geschlafen hatte und die Wassereinlagerungen mir zu schaffen machten, aber die Vorfreude stieg immer weiter an!

Im warmen Wasser des aufgebauten Geburtspool ließ es sich recht gut entspannen. Die Wehenabstände sind etwas größer geworden. Anna hat mich dann gegen acht Uhr nochmals untersucht: 3-4cm. Es würde also noch dauern. Zum Entspannen und um etwas schlafen zu können hat sie mir Buscopan und Baldrian gegeben und ist dann nach Rücksprache nochmals gefahren, um ihre Hausbesuche zu machen. Wir haben vereinbart, dass wir sie jederzeit anrufen können, wenn wir sie bräuchten.

Nach ihren Terminen ist Anna dann gegen 11 Uhr wieder bei uns eingetroffen. Die Wehen wurden deutlich kraftvoller. Um ca. 12 Uhr ist dann die Fruchtblase geplatzt . Die Herztöne sind weiterhin sehr gut gewesen und ich bin in den Pool gegangen-lange konnte es ja nicht mehr dauern, da der Druck gefühlt immer größer wurde. Gegen viertel vor eins war der Muttermund bis auf einen kleinen Saum komplett geöffnet. Damit sich diese kleine Lippe zurückzieht, hat mir Anna ein homöopathisches Mittel gegeben. Dieses Mittel hat schnell seine Wirkung gezeigt, denn gegen ein Uhr war der Muttermund komplett geöffnet und die Presswehen haben eingesetzt. Das sind richtige Urgewalten, die durch den Körper ziehen. Nicht schmerzhaft, wenn man es gut schafft mitzugehen, aber extrem anstrengend!

In der Hocke bzw. dem Vierfüßlerstand an meinen Mann gestützt ging es so ca. eine Stunde von Presswehe zu Presswehe. Um kurz nach 14 Uhr war dann der Kopf, nach einer gefühlten Ewigkeit, geboren. Unser kleiner Schatz hatte sich entschlossen, wie Supermann auf die Welt zu kommen, d.h. mit der linken Hand am Kopf. Anna war überrascht, als er direkt nach ihrer Hand gegriffen hatte. Das war auch der Grund, weshalb es sooo lange gedauert hat, bis der Kopf endlich da war. Es war etwas schmerzhaft, da ich ganz ordentlich mitschieben musste und etwas frustrierend, wenn man in der Wehenpause spürt, wie der Kopf wieder ein Stück zurückwandert. Als der Kopf geboren war, hat er ordentlich gestrampelt und wollte schnell raus. In der nächsten Wehe war er dann um 14:18Uhr komplett geboren.

 

Friedlich lag er im Pool, als ich ihn aus dem Wasser direkt auf meine Brust gelegt habe. Wir waren überglücklich. Als er dann nach kurzer Zeit angefangen hat zu quäken, wollte auch unsere Hündin ihn direkt begrüßen.

Um halb drei sind wir dann auf die Couch umgezogen und haben es uns dort gemütlich gemacht. Unser Kleiner hat schon ein bisschen an der Brust genuckelt und als er eine Stunde alt war und die Nabelschnur auspulsiert war, habe ich diese durchtrennt. Im Alter von ca. zwei Stunden hat Anna dann auf meinem Bauch die U1 durchgeführt- Alles bestens! 3620g, 53cm lang und ein Kopfumfang von 35cm. Reflexe und Körper sind auch super!

Die Plazenta wollte leider noch nicht kommen. Auch nach Pressversuchen, Urinablassen und dem Spritzen von Oxytocin kam sie nicht, weshalb ich dann gegen 16:30 Uhr in die Klinik mit dem Krankenwagen bin. Unser Kleiner ist bei seinem Papa Zuhause geblieben. Anna ist mit ihrem Auto hinter dem Krankenwagen hergefahren, damit sie uns mit zurücknehmen kann. Im Krankenhaus angekommen war es, wie Anna gesagt hatte, eine schnelle Angelegenheit: durch die Gabe von Oxytocin, starkem Pressen, Ziehen an der Nabelschnur und Drücken auf dem Bauch, kam die Plazenta dann in einem einwandfreien Zustand ohne Blutungen (dies war das Risiko, weshalb Anna lieber ins Krankenhaus wollte) und wir konnten nach kurzer Zeit wieder nach Hause. Es war ein komisches Gefühl ohne den kleinen Mann unterwegs zu sein. Der Papa hat sich aber ganz liebevoll um den Kleinen gekümmert und viel mit ihm gekuschelt und nach nur ca. zwei Stunden Abwesenheit konnten wir uns alle wieder in die Arme schließen.

 

Es war eine sehr, sehr schöne Geburt und wir sind so froh, dass der Kleine nun endlich bei uns ist!!!!!

 

Herzlichen Dank an Anna! Sie hat uns durch ihre Liebe, Ruhe, Gelassenheit, Professionalität und Zurückhaltung diese wundervolle Geburt ermöglicht! Wir haben sie direkt für die nächste geplante Hausgeburt gebucht 😉