Laurenz

Geburtsbericht – Laurenz – 7. Oktober 2021

 

In meiner ersten Schwangerschaft hatte ich schon an eine Hausgeburt gedacht, mich aber dann doch nicht getraut. Es war einfach alles so neu und ich wusste nicht, was auf mich zukommen würde. Unser erster Sohn kam daher im Krankenhaus zur Welt. Die Geburt war schwierig, er war groß und lag in hinterer Hinterhauptslage. Dennoch habe ich sie – trotz VE und Dammschnitt – in guter Erinnerung.

 

Als ich zum zweiten Mal schwanger wurde, war für mich dennoch direkt klar: dieses Mal möchte ich zuhause gebären. In der Vorsorge war ich immer im Wechsel bei der Frauenärztin und bei Anna. Anna hat mir und meinem Mann so viel Sicherheit für die Schwangerschaft und für den Wunsch nach einer Hausgeburt vermittelt, das war toll!

 

Nachdem für die Geburt unseres ersten Sohnes mit einem Wehencocktail zehn Tage nach ET nachgeholfen wurde, hatte ich mich eigentlich darauf eingestellt, dass unser Zweiter ebenfalls auf sich warten lassen würde. Aber es kam anders: Laurenz kam zwei Tage vor ET nach einer schnellen und erträglichen Geburt am 7. Oktober zur Welt.

 

Am Tag vor der Geburt war irgendwie schon alles besonders beschwerlich. Ich habe abends noch zu meinem Großen gesagt, dass ich mich nicht besonders gut fühle und nicht so lange vorlesen könne wie üblich. Aus seiner Leseecke unter dem Hochbett musste er mich danach quasi rausrollen.

 

In der Nacht hatte ich ab ca. 2 Uhr immer wieder leichte Kontraktionen, aber ich konnte immer wieder gut einschlafen. Um 5.30 Uhr bin ich erneut aufgewacht und in derselben Sekunde platzte die Fruchtblase. Ich bin so leise wie möglich aufgestanden – der Große lag bei uns mit im Bett – und habe meinem Mann Bescheid gesagt. Ich war zunächst ziemlich nervös und hektisch: Bei der ersten Geburt ging es nach dem Blasensprung ordentlich los mit den Wehen. Also rechnete ich auch jetzt jede Sekunde damit, dass ich zu nichts mehr anderem als einer Geburt in der Lage sein würde. Mein Mann rief Anna an, die mich dann sprechen wollte. Sie fragte nach der Stärke der Kontraktionen und der Farbe des Fruchtwassers. Sie beruhigte mich. Ich sollte lediglich nachspüren, ob Kindsbewegungen da seien und regelmäßig meine Temperatur messen. Die Kontraktionen waren gut auszuhalten. Daher vereinbarten wir, dass ich mich nochmal melden würde, wenn ich das Gefühl hätte, sie nun zu brauchen und die Wehen stärker würden. Ich wurde ruhiger, duschte und frühstückte. Ich merkte allerdings schnell, dass die Wehen doch regelmäßiger wurden und ich dachte: „Das geht jetzt hier definitiv in Richtung Geburt.“ Mein Mann brachte unseren Sohn zu meiner Mutter, ich rief Anna gegen 6.30 Uhr erneut an und sie fuhr direkt los – zusammen mit einer Hebammenschülerin, die ich bereits aus der Vorsorge kannte.

 

Die Wehen kamen nun alle fünf Minuten. Anna machte ein CTG und hörte nach den Herztönen. Ich veratmete die Wehen wechselweise auf dem Ball und kniend vor dem Bett oder im Vierfüßlerstand. Wir haben uns noch unterhalten und auch viel gelacht. Da ich mit den Wehen gut klarkam, gingen Anna und die Hebammenschülerin noch eine Runde spazieren. Nach ihrer Rückkehr wurden die Wehen gegen 10.30 Uhr intensiver und ich merkte, dass ich unseren Gesprächen nicht mehr folgen konnte und wollte. Ich fing an, mich ganz auf mich zu konzentrieren. Aber ich fand nun in keine passende Position, in der ich gut mit den Wehen arbeiten konnte. Anna fragte, ob ich es in der Badewanne mal probieren wolle.

 

Ich hatte in unserem Vorgespräch gesagt, dass ich mir eine Geburt im Wasser nicht vorstellen könne und Anna daher zur Geburt keinen Pool bei uns aufbauen bräuchte. Aber zum Glück haben wir eine Badewanne und nun wollte ich natürlich zumindest ausprobieren, ob ich mich nicht doch dort wohlfühlen würde. Mein Mann ließ das Wasser ein und gegen 10.45 Uhr stieg ich in die Wanne. Ich spürte direkt eine unglaubliche Erleichterung und dachte: „Hier möchte ich nie wieder raus!“

Um kurz nach 11 Uhr fragte Anna, ob sie nach dem Muttermund tasten dürfe. Er war bei 3 cm. Ich arbeitete weiter mit den Wehen mit, was mir in der Wanne erstaunlich leicht fiel. Gegen 11.30 Uhr konnte ich die Wehen nur noch laut tönend veratmen und spürte auch schon einen starken Druck nach unten. Anna schaute nochmal nach den Herztönen und fragte mich, ob ich mir vorstellen könne, mein Baby in der Wanne zu gebären. Ich glaube, ich habe nur genickt. Zehn Minuten später spürte ich einen so starken Pressdrang, dass ich ihn gar nicht mehr unterdrücken konnte. Anna untersuchte erneut den Muttermund, er war nun bei 9 cm. Sie sagte, dass ich nun pressen dürfe.

 

Dann ging alles ziemlich schnell: Nach ein paar Presswehen kam Laurenz um 11.54 Uhr zur Welt. Anne legte ihn mir in der Wanne auf die Brust und deckte ihn mit einem Handtuch zu. Wir warteten so noch bis die Nabelschnur auspulsiert war und Anna Laurenz abgenabelt hatte. Mein Mann nahm ihn in die vorgewärmten Handtücher und nach der Plazentageburt half Anna mir, mich zu waschen und mich anzuziehen. Dann kuschelte ich mich zu meinem Mann und Laurenz in unser Bett. Alles war so ruhig und entspannt und friedlich verlaufen, das war wunderbar. Ich hatte glücklicherweise keine größeren Verletzungen – ganz anders als bei der ersten Geburt –, nur ein paar Schürfungen.

 

Ich habe die Geburt von Laurenz so kraftvoll und schön in Erinnerung und ich bin Anna unendlich dankbar, dass sie mir dieses Erlebnis ermöglicht hat.